Die Region Atakora im Nordwesten Benins ist hauptsächlich von der von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Bergkette gleichen Namens (Chaîne d'Atakora) geprägt. Die durch deren Ausdehnung und Höhe (bis 600 Meter ü. NN) bedingten relativ hohen Niederschläge bewirken, daß sie die Grenze zwischen den phytogeographischen Zonen Nord- und Südsudan bildet.
Der Gebirgskomplex ist aus metamorphen Sandsteinen, Glimmerschiefern und Quarziten aufgebaut und bietet nur auf der Hochebene günstige Bedingungen zum Ackerbau. Aus diesem Grund ist die Chaîne dünner besiedelt als ihr intensiv genutztes südliches Vorland. Die landwirtschaftliche Nutzung unterliegt einem Feld-Brache-Zyklus; hauptsächliche Feldfrüchte sind Mais, Hirse, Sorghum, Erdnüsse, Fonio, Yams und seit zwanzig Jahren auch Baumwolle.
Neben Sonderstandorten wie Lateritkrusten und reich strukturierte Galeriewälder entlang permanent wasserführender Bachläufe, bildet die Vegetation ein Mosaik verschieden alter Sukzessionsstadien, die von jungen Brachen zu Baumsavannen führen. An wenigen Orten sind noch Reste lichter, von Isoberlinea doka dominierter Wälder anzutreffen, welche aus religiösen Gründen geschützt werden.
In dem Untersuchungsgebiet sind die zahlenmäßig dominanten ethnischen Gruppen die Waama und die Bètammaribè.
Untersuchungen über die unterschiedlichen Nutzungsstrategien von Gehölzpflanzen dieser beiden Volksgruppen und deren Auswirkungen auf die aktuelle Zusammensetzung der Vegetation in der Region bilden einen Schwerpunkt der laufenden Projektphase (laufende Projekte).