Phytogeographisch gehört die Untersuchungsregion am Südrand der Chaîne d'Atakora zur Südsudanzone. Die ländliche Bevölkerung, die hier hauptsächlich von den Ethnien Bètammaribè und Waama gebildet wird, lebt von feldbaulicher Subsistenzwirtschaft. Wegen des vorherrschenden Feld - Brache - Zyklus hat die Savanne, die im Gegensatz zu den Savannen Ostafrikas als alte Kulturlandschaft angesehen wird, eine mosaikartige Zusammensetzung aus Sukzessionsstadien verschiedenen Alters.
Während im Bergland trotz teilweiser Verarmung des Bodens die Situation noch intakt erscheint, bereitet die Degradation im Süden der Bevölkerung immer stärkere Probleme.
Einer Dokumentation der Nutzungsgewohnheiten von Wildpflanzen, der Präferenzen und des lokalen Resourcenmanagements in jeweils einem Waama- und Bètammaribèdorf in der Chaîne werden pflanzensoziologische Aufnahmen in den Einzugsgebieten der Dörfer gegenübergestellt. Dadurch sollen folgende Fragen beantwortet werden:
Im südlichen Vorland der Chaîne siedeln die Bètammaribè seit kürzerer Zeit als im Bergland. Dennoch ist dort die Bevölkerungsdichte wesentlich höher. Die sich daraus ergebende Landknappheit bedingt einen kürzeren Feld - Brache - Zyklus und damit eine Verarmung der pflanzlichen Umwelt. Hier werden die oben beschriebenen Untersuchungen durchgeführt und mit jenen des Bètammaribèdorfs in den Bergen verglichen.
Zudem sollen in beiden Dörfern lokale Klassifizierungssysteme von Pflanzen und Landschaftseinheiten erarbeitet werden, um einen Aufschluß über die Umweltwahrnehmung der Bètammaribè zu erhalten. Aus diesen Untersuchungen sollen Erkenntnisse zu folgenden Fragen gewonnen werden: