Tips und Tricks für Linux

Für viele Neueinsteiger und Umsteiger von anderen Betriebssystemen sind Linux und Unix auch nach einigen Semestern ein Buch mit sieben Siegeln. Woran liegt das? Linux ist wesentlich mächtiger als andere Betriebssysteme, was es jedoch auch komplexer macht. Anfänger haben außerdem das Gefühl, Linuxfreaks sind Mitglieder eines geheimen Zirkels, welcher seine Geheimnisse vor der Welt verbergen möchte. Neulinge trauen sich nicht, die Grenzen des Betriebssystems zu ertasten oder Experten um Rat zu fragen. Sie wissen nicht, wie und wo sie an die relevanten Informationen kommen, dabei ist Linux durch seine Open Source Strategie dafür prädestiniert, Informationen zu jeder Routine des Systems zu liefern.
Die erste Regel, um vernünftig mit Linux arbeiten zu können, ist einfach: Vergessen Sie die grafische Oberfläche! Effiziente Lösungen finden Sie nur auf Kommando- (Shell-)Ebene. Eine Oberfläche ist nett, um Grafiken zu bearbeiten, im Netz zu surfen oder um Desktop Publishing zu betreiben. Das sind Anwendungen. Anwendungen sind toll und erleichtern die Arbeit, wenn sie funktionieren. Jeder benutzt Anwendungen, auch die Freaks. Doch zu was macht sie das? Zu Anwendern (User). Ein Anwender wird sich nie fragen, warum und wie sein Programm funktioniert, höchstens warum es nicht funktioniert. Wenn Sie hier Informatik studieren, sollte Ihre Motivation eine andere sein, nämlich über den Tellerrand hinauszuschauen. Sie werden nie in den Genuß kommen, selbst zu programmieren, wenn Sie nicht wissen, wie Sie eine Shell bedienen. Sie werden die wirklich relevanten Informationen und Dateien nicht finden, sie werden nicht wissen, was sich alles in Ihrem Heimatverzeichnis befindet und wer es alles lesen und eventuell manipulieren kann. Sie werden nie die Mächtigkeit von TeX erkennen, wenn Sie immer nur mit Officepaketen arbeiten.
Die zweite Regel lautet: Trauen Sie sich was. Sie sind kein Superuser und können das System nicht zerstören. Höchstens Ihre Daten sind in Gefahr, doch die können Sie ja regelmäßig sichern, wenn Sie wissen, wie das geht. In den meisten Fällen sind Ihre Daten gar nicht so wichtig, wie Sie denken, denn Bilder und Texte aus dem Internet können Sie sich beliebig oft herunterladen, die müssen nicht immer im eigenen Verzeichnis liegen und Platz wegnehmen.
Lange Rede, kurzer Sinn. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen ein paar kleine Dinge in regelmäßiger Folge präsentieren, welche das Leben unter Linux erleichtern. Es bringt nichts, Einsteiger auf Manuals zu verweisen oder komplizierte Folien zu liefern, welche seitenlange Syntaxbeschreibungen der Befehle enthalten. Ich werde Ihnen jeweils ein Thema vorstellen und die dazu passenden Befehle liefern, wobei ich mich auf die wichtigsten Befehle und unter denen auf die wichtigsten Optionen beschränken werde. Diese Befehle können Sie dann nach Herzenslust verwenden und sobald Sie andere Vorstellungen haben, werden Sie alleine beginnen, nach Alternativen zu forschen. Dieses Learning by Doing ist wesentlich effizienter als stures Auswendiglernen oder Abschreiben von Befehlszeilen.

  1. Lektion 001: Login
  2. Lektion 002: Oberfläche
  3. Lektion 003: Internet und Email
  4. Lektion 004: Dateisystem
  5. Lektion 005: Verzeichnisse
  6. Lektion 006: Wichtige Unix-Befehle
  7. Lektion 007: Fortsetzung folgt

02.07.2001 EJP, RBI


Weiterführende Informationen, nützliche Grundlagen:


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EJP, 02.07.2001