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Diese Verlockung führt uns gleich wieder zu einem weiteren Thema. Ihr werdet auch bald merken, dass es in den Übungsgruppen recht voll sein wird. Dies liegt vor allem daran, dass es sehr schwer fällt, Studenten zu finden, die bei diesem Arbeitsmarktpotential für ein kleines Taschengeld (mehr ist es wirklich nicht) ihr Wissen an andere Studenten weitergeben wollen und sogar können. Nicht, dass es nicht schon schwer genug wäre, solche Idealisten zu finden. Nein, die aktuelle Gesetzgebung erschwert die Problematik noch obendrein dadurch, dass Studenten sich nicht mehr beliebig lange, genauer gesagt laut Gesetz nur zwei Jahre lang, erbarmen dürfen, diese sehr zeitaufwendige Arbeit zu tun. Dies liegt an der Tatsache, dass man der «Flut»der Bewerber für diesen mit 8,01 € pro Stunde bezahlten Job gerecht werden muss. Man möchte einfach möglichst vielen Studenten die Chance geben, «sich gesund zu verdienen». Lasst euch davon aber nicht gleich derart verschrecken, dass ihr die Übungen alle meidet, denn sie sind unheimlich wichtig und, auch wenn es einem anfangs manchmal so scheint, keine verlorene Zeit. Genauso wenig handelt es sich bei den Übungsaufgaben um Schikane. Wenn man regelmäßig seine Übungen macht, die man von den Professoren in den Vorlesungen gestellt bekommt, wird einem später die Vorbereitung auf Klausuren oder Prüfungen wesentlich leichter fallen. Ihr werdet in den nächsten Wochen einen ersten Eindruck davon gewinnen können, was denn ein Studium in Informatik an der Uni ausmacht. Einige von euch werden wohl hierher gekommen sein mit dem Hintergedanken, hier besonders tolle Programmiertechniken zu lernen, andere hat es hierher verschlagen, weil sie gerne mal ein wenig am Computer arbeiten, und wieder andere wegen der aussichtsreichen Chancen, die man in Zukunft als Informatiker haben kann. Die Informatik hier an der Uni besteht aus sehr viel, um nicht zu sagen hauptsächlich, Theorie. Ihr werdet in diesem Semester, sofern ihr unserem Tipp folgt, zwei Mathematik-Vorlesungen hören. Diese sind notwendig für die spätere Prüfung in Mathe und vor allem auch als Grundlage für das gesamte Studium. Einige von euch werden wohl auch relativ schnell enttäuscht sein, weil das Studium überhaupt nicht ihren Vorstellungen davon gerecht werden will. Auch an dieser Stelle kann ich nur sagen: Versucht euch durchzubeißen. In Einzelfällen kann auch die Überlegung sinnvoll sein, dass man hier nicht ganz richtig ist. Dies ist kein Beinbruch, und ihr seid auch nicht die ersten, die die Entscheidung zu einem Studienwechsel treffen. Aber bitte überlegt es euch gut, und werft nicht gleich in den ersten Wochen die Flinte ins Korn, ärgert euch aber auch nicht euer restliches Leben, weil ihr beim Einschreiben die falsche Entscheidung getroffen habt. Was ihr natürlich auch nicht vergessen solltet, ist die Tatsache, dass alleine zu studieren keinen Spaß macht. Für die wenigsten von euch wird es zutreffen, dass einsames Lernen zu Hause im stillen Kämmerlein effizienter ist als das Lernen in der Gruppe. Versucht, euch mit einigen Leuten zusammenzufinden und mit ihnen die Untiefen des Studiums zu meistern. Das Lösen der Übungsaufgaben fällt einem in einer Gruppe natürlich wesentlich einfacher, wenn man sich gemeinsam hinsetzt (damit ist aber nicht das kollektive Suchen nach Vorlagen zum Abschreiben gemeint!), aber auch organisatorische Probleme lassen sich leichter lösen. Einer alleine übersieht gerne mal einen Aushang oder eine Liste, in die man sich eintragen muss, oder kann sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht selbst eintragen. Außerdem kann eine Gruppe sehr motivierend sein, wenn man sich gegenseitig zur Sau macht, weil man vielleicht mal die anderen im Stich gelassen und sich viel lieber um 8 Uhr noch mal gemütlich im warmen Bett umgedreht hat. Einen ersten Schritt in diese Richtung sollt ihr während der OE machen, die, außer euch wichtige Fakten zum Studium zu vermitteln, vor allem dafür da ist, neue Leute aus eurem Semester kennen zu lernen. Ralf |
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