August 1997 Der Etat 1997 für die Universitäten wird noch im Juni um etwa 15% gekürzt. Die studentischen Vertreter der Frankfurter Mathematik beschweren sich in einem offenen Brief an die hessische Wissenschaftsministerin Hohmann-Dennhardt über die Kürzungen, die in erster Linie Tutorien und Bibliothek träfen.Oktober 1997 Eine grundlegende Reform des BAFöG-Stichwort: Drei-Körbe-Modell - stößt beim Bund immer wieder auf finanzielle und vor allem ideologische Bedenken. Eine von den Ländern bei der GMD in Auftrag gegebene Studie ergab, daß dieses Drei-Körbe-Modell "nahezu kostenneutral finanzierbar" ist.Wegen der katastrophalen Überfüllungen in Studienanfänger-Seminaren treten die Studierenden der Uni Gießen in den "Streik". Der Sprecher des Wiesbadener Wissenschaftsministeriums, Rüdiger Schlaga, hält den studentischen Protest "für eher hilfreich", um die Interessen der Hochschulen deutlich zu machen. November 1997 In Gießen sind inzwischen 16 von 20 Instituten "lahmgelegt". Mehr als 5000 demonstrieren in Gießens Straßen. Gießens Unipräsident Heinz Bauer spricht von einem Schulterschluß von Studierenden und Verwaltungsspitze und kann "angesichts der gravierenden Probleme nicht verstehen, warum sich andere Hochschulen noch nicht dem Protest angeschlossen hätten".Bundespräsident Roman Herzog hält beim Berliner Bildungsforum eine Grundsatzrede zur Bildungspolitik. Herzog hält Prüfungen für äußerst wichtig: "Es gibt keine Bildung ohne Anstrengung. Wer die Noten aus den Schulen verbannt, schafft Kuschelecken, aber keine Bildungseinrichtungen, die auf das nächste Jahrtausend vorbereiten." Viele weitere Hochschulen beschließen den Beitritt zum "Streik", darunter am 12.11. die JWG. In Wiesbaden demonstrieren 10000 Studierende. Irgendwoher taucht das Symbol des "Lucky Streik" auf. Die Vollversammlungen der JWG finden auf dem Campus statt, da die großen Hörsäle bei weitem nicht für den Andrang ausreichen. Der Präsident der JWG, Werner Meißner, kann sich nicht grundsätzlich gegen Studiengebühren aussprechen: "Dies ist zur Zeit kein Thema." Die Kritik an Bundesbildungsminister Rüttgers’ HRG-Novelle, explizit kein Verbot von Studiengebühren aufgenommen zu haben, wird lauter. Hier schieben sich Bund und Länder gegenseitig den Schwarzen Peter zu. In der Zwischenzeit besuchen die Gallier eine Hauptstudiumsvorlesung. Wie es der Zufall will, haben sie gerade die richtige halbe Stunde erwischt... |
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