Januar 1999

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Supergrobi sagt: Tutor sein tut nicht weh

Tutor sein ist fein

Die vergangenen Semester

Wahrscheinlich aufgrund der besseren Arbeitsmöglichkeiten für angehende Informatiker fanden sich immer weniger interessierte Studierende aus dem Hauptstudium für den Job als Tutor. So gab es bereits in den letzten Semestern wiederholt mehr ausgeschriebene Stellen als Bewerber. Das sich anbahnende Problem wurde allgemein zur Kenntnis genommen und nur Dank einiger weniger Studenten gemildert. Die Fachschaft machte diese Problematik mehrfach im Fachbereichsrat (FBR) zum Thema, aber man war nicht in der Lage, eine Lösung zu finden.

Das aktuelle Semester

In diesem Semester gab es bei Bewerbungsschluß genau einen Bewerber für die 18 ausgeschriebenen Stellen im Grundstudium. Auch wenn die Professoren noch einmal hinreichend viele Studenten überreden konnten, den Tutorjob zu übernehmen, sah zumindest die Fachschaft akuten Handlungsbedarf und gründete deshalb einen Arbeitskreis. Dieser setzte sich mit dem Problem auseinanderund erörterte es erneut im FBR mit den Professoren. Sie stimmten mit dem Arbeitskreis überein, daß sich etwas ändern muß, was aber konkret getan werden kann, um die Lage zu verbessern, wußten auch sie nicht. Einigen konnte man sich auf jeden Fall darauf, daß die Übungen sinnvoll und erhaltenswert sind, zudem sie in der Studienordnung vorgeschrieben werden. Um einen Überblick über die Meinungen der Tutoren zu ihrer Lage zu gewinnen und Hinweise darauf zu erhalten, warum sich innerhalb der Bewerbungsfrist für das laufende Semester nur ein einziger Bewerber fand, organisierte der Arbeitskreis eine Umfrage unter den Tutoren. Alle Befragten sind sich durchweg einig, daß der Job schlecht bezahlt ist. Einige Tutoren beschwerten sich übermangelhafte Betreuung durch den Professor, sowie darüber, daß zu viele Studenten die Lösungen der Übungsaufgaben abschreiben. Es gibt aber auch Vorteile, die vor allem im Kontakt mit dem Professor, in der Arbeit mit anderen Studenten und in der Wiederholung von älterem Stoff gesehen wurden. Auch gab ein Großteil an, daß man dabei durchaus seinen Spaß haben kann.

Die zukünftigen Semester

Die Lage wird sich weiterhin verschärfen, da am FB 20 ein sehr starker Anstieg der Anzahl von Studienanfängern zu verzeichnen ist. Eine Änderung hierin für das WS 1999/2000 ist nicht sehr wahrscheinlich.
Finden sich keine zusätzlichen Studenten, die als Tutoren arbeiten wollen, werden die Vorlesungen in der Informatik wohl in Zukunftvon einer sogenannten Frontalübung begleitet werden. Hierbei wird die Übung von einer einzigen Person in einem Hörsaal mit 200 Teilnehmern gehalten. Diese Form der Übung wird zur Zeit in der Technischen Informatik I durchgeführt und von den Studenten vehement abgelehnt.
Inzwischen ist jedoch etwas Bewegung in die Sache gekommen. Zum nächsten Semester besteht seit langem wieder die Möglichkeit 80- Stunden-Verträge abzuschließen. Eventuell können dann zwei Leute zusammen ein Tutorium leiten. Auch zeigen manche Professoren eine gewisse Diskussionsbereitschaft, was die Form des Übungsbetriebes betrifft. Zum Beispiel kann die Vergabe von Punkten, oft der unangenehmste Teil bei der Korrektur von Aufgaben, nach Absprache mit dem Professor abgeschafft werden.
Bewerben kann man sich im Moment für die Praktische Informatik II, gelesen von Herrn Geihs und die Technische Informatik II, für die Herr Kunz im SS verantwortlich ist. Herr Geihs hat seinen Assistenten Christian Becker mit der Betreuung der Übungen und der Tutoren beauftragt. Nach Aussage der Tutoren leistet er sehr gute Arbeit. Herr Kunz wird zum ersten Mal die Technische Informatik II lesen, daher wird es hier noch keine starren Konzepte geben und man kann auf eine gute Zusammenarbeit hoffen.
Wer sich für einen Tutorenjob in der Theoretischen Informatik im nächsten Semester interessiert, sollte sich einmal mit der Fachschaft unterhalten oder zumindest ein längeres Gespräch mit Herrn Hagerup anstreben.
Eine weitere erfreuliche Entwicklung ist der Abschluß eines Kooperationsvertrages mit der Firma START AMADEUS. Hier soll speziell Tutoren die Möglichkeit gegeben werden, in der vorlesungsfreien Zeit ohne großes Suchen an einen marktüblich bezahlten Job bei dieser Firma zu kommen. Dank gebührt an dieser Stelle vor allem Herrn Waldschmidt, der maßgeblich für das Zustandekommen dieses Vertrages verantwortlich ist.
Das Dekanat bietet am Donnerstag, den 11.02.1999 um 14.00 Uhr interessierten Studenten die Möglichkeit an, offene Fragen im SR 307 mit Professoren zum Thema Tutorendasein zu klären.

Der Arbeitskreis HiwiProb
akinf@cs.uni-frankfurt.de