![]() Novmber 1999 |
Tüftel & Rätselecke
Die Kunst des Eierlegens
(mw) In dieser Ausgabe geht es um ein einfaches Spiel zwischen dem Kapitän eines Segelschiffes des 15. Jahrhunderts und seinem ersten Offizier: Eine rechteckige ebene Spielfläche wird markiert. Die Ausmaße spielen keine Rolle. Nun legen die Spieler abwechselnd Hühnereier in beliebiger Weise auf das Spielfeld. Ein einmal abgelegtes Ei darf nicht mehr bewegt werden. Ein Ei darf nur so gelegt werden, daß es keines der schon im Feld liegenden berührt. Gewonnen hat, wer das letzte Ei legen konnte. Drei Tage und Nächte gaben sich die beiden diesem Spiel hin, um die langweilige Hafenzeit zu überbrücken. Das Spielglück wechselte beständig, und die meisten Dukaten in den Taschen der beiden hatten schon bald mehrfach den Besitzer gewechselt. Spät am Abend des dritten Tages schlug der Kapitän plötzlich, als er an der Reihe war, das nächste Spiel zu eröffnen, vor, um eine komplette Offiziersheuer zu spielen. Da der erste Offizier einen guten Abend gehabt hatte und der Kapitän scheinbar tiefer ins Rumfaß geblickt hatte als gut für ihn war, willigte der Offizier nach etwas Zögern ein. Sie spielten und der Kapitän gewann. Er hatte eine Strategie gefunden, mit der er gewinnen mußte. Und die Preisfrage lautet also: Wie war diese Strategie? Vielleicht sollte ich fairnesshalber noch erwähnen, daß eben dieser Kapitän knappe sechs Jahre nach dieser Begebenheit in der festen Überzeugung einen westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben, als erster Europäer die Inseln betrat, die wir heute San Salvador, Kuba, und Haiti nennen. |