![]() Mai 2000 |
Biologie und InformatikVersuch der Klärung einiger Fragen(wp) Unsere sehr ausführlichen Berichte in der letzten Quick&Dirty über die geplante Fusion der bisherigen Fachbereiche Biologie (16) und Informatik (20) sowie über die damit zusammenhängenden Verhandlugssitzungen scheinen hier und da – vielleicht wegen ihres Umfangs – nur oberflächlich gelesen worden zu sein. Jedenfalls ist doch die eine oder andere Frage aufgeworfen worden.Eine erste, anonyme Leserzuschrift erreichte uns kurz nach dem Erscheinen der Q&D6 im Februar: Wie kommt auf einmal die Wandlung, wo es doch vorher nichts besseres gab als die Fusionierung mit den Biologen, seitens der studentischen Vertreter? Wir haben es hier mit zwei Sachverhalten zu tun, die besser nicht durcheinander geworfen werden. Zum einen halten wir als studentische Vertreter nach wie vor den Fachbereich Biologie für einen geeigneten Fusionspartner. Zum anderen vergessen manche spezielle Personen, die dem Fachbereich Biologie angehören, ab und zu, wie man sich in öffentlichen Sitzungen den Mitgliedern anderer Statusgruppen gegenüber verhält; und je öfter das passiert, desto mehr muß ich ihnen Vorsatz unterstellen. Das ist durchaus ein sehr ärgerlicher Umstand, und unserer Auffassung nach müssen wir diesen Leuten auch zeigen, daß wir ihr Verhalten nicht tolerieren können. Ich gehe aber davon aus, daß es solche Menschen in jedem anderen Fachbereich auch geben könnte. Von einer „Wandlung“ unsererseits kann man also nicht sprechen. Die geplante Fusion mit dem Fachbereich Biologie, indem ein neues Institut für Bioinformatik gegründet wird, bringt es mit sich, daß man es gar nicht weiß, wie denn die Gestaltung des Vorlesungsangebotes aussehen wird. (Urheber der Red. bekannt) Eine solche Struktur ist nicht geplant. Wenn ich einmal kurz uns selbst zitieren darf: „Die Informatik wird ein Institut innerhalb des Fachbereichs ‚Biologie und Informatik‘. [...] Die Biologen sind bereits jetzt in 5 Institute gegliedert: Zoologie, Botanik, Mikrobiologie, Didaktik, Anthropologie & Humangenetik. Zu diesen kommt das Institut für Informatik als ein weiteres hinzu.“ (Q&D6, S. 2) Wie paßt jetzt die Bioinformatik da hinein? „In den drei Fachbereichen, die den Bioinformatik-Studiengang betreiben [Anm. d. Red.: Das sind die Fachbereiche Biologie, Informatik und Chemie.], wird jeweils eine Professur für Bioinformatik geschaffen [...].“ (a.a.O.) Aktuell ist mitzuteilen, daß der Fachbereich Informatik gerade eine C4-Professur für Bioinformatik ausschreibt. Die Einrichtung eines Faches „Bioinformatik“ schließt andere Studenten vom Studium aus, die entweder keinen Studienplatz bekommen, oder nichts mit Bioinformatik anfangen können. (Urheber der Red. bekannt) Der Fachbereich Informatik – oder gegebenenfalls das Institut für Informatik im neuen Fachbereich Biologie und Informatik – wird auch weiterhin den Studiengang Diplom-Informatik anbieten. Falls das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) zustimmt (und davon gehen die beiden Fachbereiche aus), können die Fachbereiche Biologie (16) und Informatik (20) – oder kann gegebenenfalls der neue Fachbereich Biologie und Informatik – ab Herbst zusätzlich einen Studiengang Diplom-Bioinformatik anbieten. Weiterhin weißt kein Mensch eine Auskunft darüber, ob ein Umzug nach Niederursel geplant ist, und wenn ja, wann. [Aus dieser] Dezentralisation der Lehrorte [...] folgt eine mangelnde Flexibilität über die Wahl der Fächerkombination. [...] Im Falle eines Umzuges würde ich versuchen, den Studienort zu wechseln. (Urheber der Red. bekannt) Eine Behauptung, ab Herbst müßten Studierende der Informatik in Nierderursel studieren und seien gezwungen, zum Studium ihres Nebenfachs zu pendeln, ist ebenfalls falsch. Selbst wenn das gewünscht wäre, ist es einfach nicht durchführbar, denn in Niederursel sind alle Gebäude belegt. Mittelfristig ist geplant, den – gegebenenfalls – Fachbereich Biologie und Informatik nach Niederursel umzusiedeln. Das heißt also unter anderem, daß dort neue Gebäude errichtet werden müssen. Und so, wie ich die Entscheidungsfindungen der Universität (beispielsweise in Sachen Fusionen) bisher beobachten konnte, ist das ein Thema, das vielleicht die jetzigen Anfänger in ihren letzten Semestern des Studiums betreffen wird. Auch hier sei mir der Verweis auf die letzte Q&D erlaubt: „Mittelfristig soll der gemeinsame Fachbereich ‚Biologie und Informatik‘ am Niederurseler Hang zusammengezogen werden. Der zeitliche Rahmen, den man für dieses Vorhaben ansetzen muß, übersteigt aber vermutlich die Zeit eines Studiums.“ (S. 1) Stand der Dinge Der Fachbereichsrat Informatik hat nun in seiner vorletzten Sitzung den schon länger in der Diskussion stehenden Vertrag für eine Fusion mit dem Fachbereich Biologie beschlossen. So richtig schön konnten wir studentischen Vertreter den Vertrag nicht finden; beispielsweise ist immer noch ungeklärt, wie sich die Fusion der beiden Fachbereiche und die von der Universitätsleitung geplante Umstrukturierung der Fachbereichsbibliotheken vertragen. Wo ist da eigentlich das Problem? Diese Neuordnung besagt unter anderem, daß eine „Fachbereichsbibliothek“ mindestens einen Fachbereich versorgen muß. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß sich ein Fachbereich nicht leisten können wird, zwei Bibliotheken zu unterhalten: Die jetzigen Fachbereichsbibliotheken der Informatik und der Biologie müssen also demnächst unter einen formalen Hut gebracht werden. Inwiefern sich diese beiden Bibliotheken momentan unterscheiden, hat Maik in der letzten Q&D eindrucksvoll geschildert. Am 11. Mai 2000 hat sich der Ständige Ausschuß II mit diesem Vertrag befasst, und voraussichtlich wird den Beschluß gefaßt, dem Senat vorzuschlagen, den Beschluß zu fassen, die Fachbereiche Biologie (16) und Informatik (20) zu einem neuen Fachbereich „Biologie und Informatik“ zu verschmelzen.
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