Dezember 2000

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OE WS 00/01

Kommentar zu den Pressemeldungen

(ul) Im Zusammenhang der OE 2000 sind einige Artikel in verschiedenen Zeitung erschienen. Am OE-Mittwoch war ein Redakteur der FAZ bei uns und hat sich über die Situation informiert. Am folgenden Donnerstag, den 12.10.2000, erschien der Artikel in der FAZ, der die Zustände am Fachbereich Informatik sachlich zusammenfaßt. Bemerkenswert war die Überschrift "Universität ignoriert Trendwende bei den Informatiker", die zu einer Reaktion der Universitäts-Leitung geführt hat.

Am Donnerstag morgen während der Diskussionsrunde im Magnus-Hörsaal bekamen wir kurz Besuch vom Vizepräsidenten Horst Stöcker, der sich ein Bild von der Lage machen wollte und sich empörte, daß er diese Informationen aus der Presse erhalten habe. Auf ein Gesprächsangebot von unserer Seite ist er bedauerlicherweise nicht eingegangen.

Am darauffolgenden Freitag erschien ein kurzer Artikel in der FAZ, in dem der Präsident "die organisatorischen Engpässe bei den Informatikern" als "nur vorrübergehend" einstufte. Wegen der hohen Anfängerzahlen "habe das Land Hessen bereits zugesagt eine weitere Professur einzurichten. Sie solle vom Land gemeinsam mit einem Bachelor-Studiengang bewilligt werden."

In einer schriftlichen Anfrage an das HMWK haben wir versucht, eine Bestätigung vom Ministerium zu erhalten. Wir haben auch versucht, eine Bestätigung für eine anderen Artikel aus der FR vom 20.10.2000 erhalten. Dort war zu lesen "... daß aus diesem Topf vor wenigen Wochen Schecks in Höhe von 25.000DM an allen fünf Unis ankamen..." In einem Telefonat mit der Pressesprecherin Birgit Maske-Demand wurde uns mitgeteilt, daß es keine Zusage aus Wiesbaden für eine weitere Professur gibt. Es gibt Überlegungen, zusammen mit der Einführung eines Bachelor-Studiengangs eine weitere Professur einzurichten. Die Richtlinien der GI für einen Bachelor-Studiengang sehen ein Minimum von 11 Professoren für einen Bachelor-Studiengang vor. Wir haben 11,5 Professoren und noch drei andere Studiengänge. Da stellt sich mir die Frage, wie die Qualität der Ausbildung noch erhalten werden soll.

Die 25.000 DM konnten vom Ministerium ebenfalls nicht bestätigt werden, und am Fachbereich sind diese auch nicht eingetroffen.

Aus einem Telefonat mit der dpa sind zwei Meldungen hervorgegangen, eine berichtet allgemein über die Informatik an den deutschen Unis und eine andere über die Informatik in Frankfurt. Auch hier ist wieder von der Kopplung einer weiteren Professur an die Einführung eines weiteren Studiengangs die Rede. Eine solche Entwicklung ist aus unserer Sicht nicht wünschenswert. Stattdessen ist ein konsequenter Ausbau der Kerninformatik notwendig, um die kritische Situation in der Informatik zu stabilisieren.

Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir um ein Gesprächstermin mit dem Präsidenten gebeten, um in einem direkten Gespräch Antworten auf unsere Fragen zu erhalten. Über dieses Gespräch berichtet ein der Artikel auf Seite 3 der Q&D9.

Die Artikel sind auf der Homepage der Fachschaft Informatik abrufbar. http://www.cs.uni-frankfurt.de/fsinf/