Die Bioinformatik ist eine sich neu entwickelnde interdisziplinäre Wissenschaft. Erst die informationelle Analyse ermöglicht es, die Vielfalt biologischer Datensätze einzuordnen und komplexe biologische Sachverhalte zu analysieren (DNA-Sequenzinformationen, Proteinstrukturinformationen, Analogie- und Homologievergleiche etc.). Umgekehrt gibt es auch Begriffsbildungen und Modelle der Informatik, die natürlichen in der Biologie behandelten Prozessen nachempfunden sind.
Mittlerweile ist es gerechtfertigt, bei der Bioinformatik von einem eigenständigen Wissenschaftszweig zu sprechen. Synergien bestehen nicht mehr nur darin, dass der Biologe moderne Methoden der Datenverarbeitung einsetzt und der Informatiker in der Biologie interessante Anwendungsgebiete seiner Arbeit findet. Vielmehr sind zwischen beiden Disziplinen Grenzgebiete entstanden, bei denen es wenig sinnvoll wäre, die Inhalte und Ziele der wissenschaftlichen Forschung alleine der einen oder anderen Disziplin zuzurechnen.
Von einem erfolgreichen Bioinformatiker wird erwartet, dass er über ein solides Grundwissen in beiden Disziplinen verfügt und in der Lage ist, beide Wissensgebiete zu vernetzen. Dieser hohe Anspruch kann nur erfüllt werden, wenn beide Wissensgebiete effektiv in Grund- und Hauptstudium vermittelt werden. Weiterhin müssen zusätzlich die biochemischen und chemischen Grundlagen zum Verständnis biologischer Prozesse dargestellt sowie ggf. weitere mathematische und biophysikalische Prinzipien vermittelt werden.
Das zukünftige Forschungs- und Arbeitsgebiet des Bioinformatikers ist unter anderem in den folgenden Schwerpunkten zu sehen:
| 1) | Darstellung zellulärer Reaktionsabläufe/Stoffwechselregulation |
| 2) | Darstellung von Regulationsnetzwerken |
| 3) | Genomfunktionsanalyse |
| 4) | Proteinstrukturanalyse, -modellierung und -design |
| 5) | Verfahrenstechnische Prozesssteuerung |
| 6) | Programmierung von Synthese- und Screening-Robotern |
| 7) | Neurobiologische Prozesssteuerung |
| 8) | Entwurf und Verifikation von Biorechnern |
| 9) | Komplexität von Modellen des Biocomputings |
| 10) | Neuroinformatik |
| 11) | Visualisierung von biologischen Systemen |
| 12) | Modellierung evolutiver Prozesse |
| 13) | Algorithmen der Bioinformatik |
| 14) | Modellierung ökologischer Prozesse |
Frankfurter - und alle, die hier studiert haben - lieben an ihrer Stadt die einzigartige Verbindung von weltstädtischem Flair - das kulturelle Angebot Frankfurts ist hervorragend für Jung und Alt - und fast beschaulicher Idylle in den Stadtbezirken.
Ein großer Vorteil für Studierende ist das sehr gut ausgebaute U-Bahn-, Straßenbahn- und Bussystem in Frankfurt. Mit der Einschreibung ist automatisch der Erwerb des Semestertickets verbunden, das nicht nur das innerstädtische Verkehrssystem, sondern auch den Großraum Frankfurt mit den umliegenden Städten erfaßt.
Die Wohnsituation für Studierende in Frankfurt könnte besser sein, insbesondere fehlen Studentenwohnheime, aber wer etwas sucht, findet meist ordentliche WGs oder Einzelzimmer zu Preisen, die sich auch nicht von anderen Universitätsstädten unterscheiden.
Die Goethe-Universität Frankfurt ist aus den Naturwissenschaften heraus entstanden und wurde zunächst von den Bürgern der Stadt Frankfurt 1914 gegründet und finanziert. Erst 1967 wurde sie Landesuniversität.
Heute ist die Universität Frankfurt mit 35.000 Studierenden die größte Universität in Hessen. Dies vermittelt nach außen hin den Eindruck einer Massenuniversität mit überlasteten Professoren und wenig individueller Betreuung. Dies trifft jedoch nicht für die Naturwissenschaften und die Informatik zu. Selbstverständlich stellen Zulassungszahlen von ca. 250 BiologiestudentInnen und ca. 250 InformatikstudentInnen eine große organisatorische Herausforderung zu Studienbeginn dar. Hier muss jedoch gesehen werden, dass die Zahlen bis zum Vordiplom deutlich absinken, da beide Studien oft mit den falschen Erwartungen begonnen werden, was leider sehr stark von der schulischen Ausbildung abhängt. Der hohen Zahl von Studierenden stehen aber ca. 40 Professoren mit ca. 100 Assistenten gegenüber, die stets persönlich für jeden Studierenden am Rande von Vorlesungen und in Sprechstunden zur individuellen Beratung zur Verfügung stehen. Selbstverständlich haben die Kurse im Grundstudiengang - wie an allen Universitäten - eine große Anzahl an Teilnehmern, aber hier wird vor allem Basiswissen in Vorlesungen und Praktika vermittelt und der engagierte Studierende kann trotz allem enorm viel lernen und erfahren.
Die Studiensituation verändert sich grundlegend im Hauptstudium. Das Hauptstudium der Bioinformatik ist modular aufgebaut und gibt den Studierenden die Möglichkeit, in 14 Fachrichtungen die gewünschten Schwerpunkte eigenverantwortlich zu gestalten. Im Hauptstudium ist das Studium deshalb sehr individuell. Die Ausbildung findet entweder in kleinen Kursen oder in Zweiergruppen in den Forschungslabors statt.
Die Goethe-Universität verfügt auf ihrem neuen naturwissenschaftlischen Campus Niederursel über ein excellent ausgerüstetes Forschungszentrum mit über 30.000 qm Forschungfläche, in dem große Bereiche des Haupstudiums stattfinden. Hier findet Spitzenforschung statt mit mehreren
Sonderforschungsbereichen
http://www.rz.uni-frankfurt.de/FB/SFB472/
http://www.rz.uni-frankfurt.de/presse/brosch/sfb269.htm,
Graduiertenkollegs
http://www.rz.uni-frankfurt.de/presse/brosch/gra_ch.htm,
http://www.rz.uni-frankfurt.de/presse/brosch/gra_bl.htm,
http://www.rz.uni rankfurt.de/presse/brosch/gra_np.htm
sowie
nationalen und internationalen Forschungsprojekten.
In Fragen der Struktur von Biomolekülen, der Genomforschung und der Zellbiologie bestehen anerkannte Forschungsschwerpunkte, die alle einen sehr großen Bedarf an Bioinformatikstudenten haben. Gestärkt wird der Campus Niederursel durch die enge Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Max-Planck Instituten für Biopyhsik und für Hirnforschung, das Paul Ehrlich Institut und das Georg-Speyer-Haus. Alle diese Zentren sind an den Studiengängen Biologie, Biochemie und Bioinformatik der Goethe-Universität beteiligt. Nicht zu vergessen sind die Kooperationen mit den zahlreichen "Life Science" Firmen im Raum Frankfurt.
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*) Es muß nur einer der beiden Leistungsnachweise (Theoretische Informatik 1 oder 2) erworben werden.
5. Semester: Praktische/Technische Bioinformatik, Theoretische Bioinformatik
6. Semester: Praktische/Technische Bioinformatik, Theoretische Bioinformatik
7. Semester: Praktika, erstes biologisches Fach
8. Semester: zweites biologisches Fach
im Anschluss: Diplomarbeit und Diplom-Prüfung
Das Hauptstudium ist gekennzeichnet durch zahlreiche Wahlmöglichkeiten in den biologischen und informatikspezifischen Fächern. Während des Hauptstudiums soll sich ein Arbeitsgebiet herauskristallisieren, das auf ein Thema für die Diplomarbeit hinführt.
Als biologische Fächer im Hauptstudium stehen zur Auswahl:
- Biochemie
- Genetik
- Humanbiologie
- Mikrobiologie
- Neurobiologie
- Ökologie
- Pflanzenphysiologie
- Spezielle Botanik (Geobotanik und Systematik)
- Spezielle Zoologie
- Struktur von Biomolekülen
- Tierphysiologie
- Zell- und Entwicklungsbiologie
In den informatikspezifischen Fächern des Hauptstudiums können Veranstaltungen aus den folgenden Teilgebieten ausgewählt werden:
Praktische/Technische Bioinformatik:
- Systemanalyse und -implementierung
- Modellbildung und Simulation
- Daten- und Informationsmanagement
- Visualisierung
- Digitale Medien
Theoretische Bioinformatik:
- Algorithmen
- Komplexität
- Formale Sprachen und Automaten
Weitere Informationen zum Aufbau des Studiengangs können der Studienordnung bzw. der Diplom-Prüfungsordnung entnommen werden.
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Dekanat des Fachbereichs Biologie Anschrift:
Tel. (Dekanat): +49 (0)69-7 98-2 39 56 |
Dekanat des Fachbereichs Informatik Anschrift: |
Da Studienplätze für das Studium der Bioinformatik in Deutschland nicht über die ZVS vergeben werden, erfolgt die Bewerbung an das Studentensekretariat der Universität. Dazu fordern Sie die Bewerbungsunterlagen an.
Postanschrift:zur Bewerbung fristgerecht bis zum 15. Juli.