Surfen im Internet© August 1996 by Garrit Fleischmann
Internet ist vielleicht etwas anders als man sich allgemein ein Netzwerk vorstellt. Es ist kein physikalisches Netz, d.h. es hat keine eigenen Leitungen. Es läuft auf allen Leitungen die es zur Verfügung hat, wie Telecom Leitungen, hausinterne Leitungen, Standleitungen, eben allem was die Benutzung erlaubt. Auch gibt es keine Internet Zentrale mit einem grossen Server. Internet ist in erster Linie ein Protokoll mit dem viele Rechner untereinander verbunden werden, mit der Möglichkeit, Daten auszutauschen. Hierbei werden die Daten nicht immer direkt von einem zum anderen Rechner geschickt, sondern meist in Art eines Staffellaufs von Rechner zu Rechner weitergereicht.
Ursprünglich wurde Internet im Auftrags des Pentagons entwickelt und wird auch heute noch dort eingesetzt. Im Jahre 1969 verband es dort grade mal 4 Rechner.
Später wurde das Internet dann auf andere staatliche Organisationen in Amerika ausgeweitet, wie Behörden und hauptsächlich Universitäten. Heute sind fast alle Länder der Welt an das Internet angeschlossen. Neben der Hauptsächlichen wissenschaftlichen Nutzung durch Universitäten und Forschungseinrichtungen gewinnt es auch zunehmend kommerzielle Bedeutung.
Heute sind etwa 20 Millionen Rechner an das Internet angeschlossen.
Das Internet bietet sehr vielfältige Möglichkeiten des Informationsaustausches und der Kommunikation. So kann man sich von einem beliebigen Rechner, der ans Internet angeschlossen ist auf einen beliebigen anderen einloggen, sofern man dort eine Zugangsberechtigung hat (siehe Telnet). Man kann z.B. von einem Rechner in Frankfurt aus an einem Rechner in Taiwan arbeiten, wenn auch etwas langsamer als auf dem eigenen Rechner.
Das wohl weitverbreitetste Hilfsmittel, das Internet bereitstellt ist die elektronische Post (electronic mail = e-mail). Sie erlaubt den Versandt von Texten über die ganze Welt in kurzer Zeit, je nach Auslastung des Netzes und Grösse der Texte in 1 Minute oder mehren Stunden.
Auch binären Daten (z.B. ausführbare Programme) lassen sich mit Hilfe des file transfer protocol (ftp) über das Internet transportieren.
Eine sehr interessante Möglichkeit der Kommunikation im Internet ist die direkte "Unterhaltung", eine Art des telephonierens per Computer, das bezeichnenderweise dann auch talk heißt.
Im Internet hat jeder angeschlossene Rechner eine eigene Adresse. Sie besteht aus max. 4 Zahlenblocks, die durch Punkte getrennt sind, nach dem Schema:
Land.Domäne.Subdomäne.Rechner z.B. 141.2.128.10 ^ ^ ^ ^ | | | | peter | | | netz des Instituts für Biophysikalische Chemie | | uni-frankfurt | Deutschland (de)Da diese Nummern sich schlecht merken lassen wurden Textadressen eingeführt, die vom Computer dann erst in die Nummern zurückübersetzt werden müssen. Die Textadresse ist umgekehrt aufgebaut, d.h. der Rechner zuerst, das Land zuletzt,
z.B. peter.bpc.uni-frankfurt.de
Die Adresse eines einzelnen Benutzers auf einem Rechner setzt sich aus seinem login Namen und der Adresse des Rechners zusammen, verbunden durch das @ (at, auch als Klammeraffe bekannt).
Hat eine Benutzer den login Namen Rebhuhn, auf dem Rechner grill, in der Subdomäne wiener und der Domäne wald in Deutschland, so lautet die direkte Adresse:
rebhuhn@grill.wiener.wald.de
(Leider ist es nicht ganz so einfach. Für Deutschland gibt es z.B. mehrere Domänennummern (nicht nur 141), aber sie heissen alle .de. Und es gibt auch einige Nummern, die in mehreren Ländern verwendet werden. Aber um eine Idee vom Internet zu bekommen ist die oben beschriebene Vorstellung ganz nützlich. Es gibt auch eine Liste der Länder-Kürzel (z.B. '.de' für Deutschland).)
Telnet ermöglicht eine direkte Verbindung zweier Computer im
Internet. Nehmen wir an, unser Benutzer Rebhuhn möchte von
seinem Rechner grill aus auf den Rechner fritten von einem
Freund zugreifen. Die Internetadresse des Rechners ist:
fritten.buden.kette.de
Also gibt unser Benutzer folgendes ein:
telnet fritten.buden.kette.de
Wenn alles glatt geht erhält er vom Rechner fritten die Aufforderung einen Benutzernamen einzugeben. Sein Freund hat unserem Rebhuhn auf dem Rechner fritten den Benutzernamen kartoffel eingerichtet. Er gibt auf die Eingabeaufforderung login: seinen "loginnamen" ein:
login: kartoffel
Danach erfolgt die Eingabe des Passwords, so wie beim
"einloggen" am eigenen Rechner.
Nun kann unser Benutzer nach Herzenslust auf dem Rechner
arbeiten, er verhält sich so wie der eigene Rechner unter dem
Tisch, vielleicht etwas langsamer, je nachdem wie gut und wie
belastet die Leitungen sind und wie weit die Rechner voneinander
entfernt sind.
Die elektronische Post oder e-mail ist wahrscheinlich das meistgenutzte Feature des Internet. Wenn man die Internet Adresse eines Freundes hat, kann es auch schon losgehen. Das Kommando für e-mail ist einfach:
mail <loginname@internet.adresse>
Wollten wir unserem Freund Rebhuhn also einen elektronischen Brief schicken würde dies so aussehen:
mail rebhuhn@grill.wiener.wald.de
Dann erscheint normalerweise die Frage nach dem "subject", also
dem Thema des Briefes. Hier muß jedoch nichts eingetragen
werden, es ist jedoch praktisch für denjenigen, der die e-mail
lesen soll, da er in einer Liste die Themen und die Absender der
e-mail ansehen kann.
Will man kein subject eintragen gibt man auf die Frage subject:
einfach return ein. Ansonsten das jeweilige Thema und dann
return, z.B.:
subject: Ob es noch mal Sommer wird?
Danach wird ein sehr unkonfortabler Zeileneditor aufgerufen. Man
kann jetzt einfach drauflos seinen Brief schreiben, Korrekturen
sind jedoch nur innerhalb einer Zeile möglich. Ist eine Zeile
erst einmal mit return abgeschlossen, ist keine Veränderung
mehr möglich.
Um den fertigen Brief abzuschicken muß in eine leere Zeile ein
Punkt geschrieben werden.
Dies beendet den Editor und schickt den Brief automatisch ab.
Bei einigen Systemen kommt nun noch eine weitere
Eingabeaufforderung: Cc: (=Carbon copy). Gibt man hier eine
Internet Adresse ein, wird eine Kopie des gerade geschrieben
Briefes an diese Adresse versandt.
z.B.: Cc:kartoffel@fritten.buden.kette.de
Gibt man nur return ein wird keine weitere Kopie versandt.
ftp <internet.adresse>
Z.B.: ftp grill.wiener.wald.de
Danach fragt das Protokoll, unter welchem Namen man einloggen möchte. Als default Wert wird der login-name eingesetzt, von dem aus man ftp startet. Unser Freund, der als rebhuhn auf dem Rechner grill eingeloggt ist, möchte Daten mit dem Rechner fritten austauschen. Dort hat er ja den login-namen kartoffel. Hätte er auch auf diesem Rechner den login-namen rebhuhn, müßte er nur die return Taste drücken. So gibt er aber seinen login-namen auf fritten ein:
Name (fritten.buden.kette.de:rebhuhn)kartoffel
Password: [hier wird nun das Password eingegeben, so wie beim
normalen login]
Nun sagt der Rechner einem ob alles gut geklappt hat und gibt folgenden Prompt aus:
ftp>
Man sollte die Meldung lesen, da bei einer falschen Eingabe zwar
auch eine Verbindung zustande kommen kann, aber dann ist KEIN
Datentransfer möglich. Wird irgendein Fehler gemeldet, muß man
ftp abbrechen und nochmal beginnen. Zum Abbrechen einfach quit
eintippen.
Sollte (wider erwarten?) alles geklappt haben, kann man sich die
Befehlsliste durch Eingabe eines Fragezeichens (+return)
anzeigen lassen:
ftp>?
Hier eine Auswahl der wichtigsten Befehle:
get <filename> [kopiert eine Datei von dem entfernten System auf das lokale System] put <filename> [kopiert eine Datei von dem lokalen System auf das entfernte System] dir [listet alle Datein in dem aktuellen Directory auf dem entfernten System] cd <dirname> [wechselt das Directory auf dem entfernten SystemZum Anfang des Textes
Wie der Name schon sagt dient talk zur direkten "Unterhaltung"
zwischen zwei Benutzern. Sie können entweder an 2 Terminals des
selben Rechners oder an zwei unterschiedlichen Rechnern sitzen.
Bei zwei unterschiedlichen Rechnern wird talk zusammen mit der
Internet-adresse und dem login-namen desjenigen eingegeben, mit
dem man sich unterhalten will:
talk username@internet.adresse
Sind beide Teilnehmer auf demselben Rechner reicht der login-name:
talk username
Dann wird der Bildschirm oder das Window in 2 Hälften unterteilt. In der oberen linken Ecke kommt nun eine Statusmeldung die angibt, was das System grade macht. Sollte der angerufene nicht am Rechner sein, erscheint die Meldung:
[party not logged on]
und das talk wird automatisch abgebrochen.
Ist der andere Teilnehmer jedoch da, erscheint die Meldung:
[trying to connect...]
Der angerufene erhält ebenfalls eine Meldung auf den Monitor:
connect with talk username1@anrufer.internet.adresse
talk request username1@anrufer.internet.adresse
Nun muß er (wie beim Telefonieren) das Gespräch auch annehmen,
indem er talk mit der Adresse des Anrufers eingibt.
Ist die Verbindung hergestellt haben beide Parteien eine
zweigeteilten Bildschirm, und in der linken oberen Ecke
erscheint die Status Meldung [connection established].
Nun können beide Seiten gleichzeitig losreden (naja,
losschreiben). Der von einem selber geschriebene Text erscheint
in der oberen Hälfte, der Text des Gesprächspartners in der
Unteren.
Man kann die Verbindung jeder Zeit mit ^c (control c) abbrechen.
Hiermit erhält man Informationen über bestimmte Benutzer, ob er nun eingeloggt ist oder nicht, sofern das System diesen Zugriff erlaubt.
Für mehr Info über den nun bekannten rebhuhn einfach:
finger rebhuhn@grill.wiener.wald.de
Ein Beispiel: Öffnet man mit einem WWW-Browser wie
Netscape eine Seite im Internet (z.B.
Yahoo!,
eine der größten Verzeichnisse im World Wide Web mit Sitz in den
USA), so wird auf die Anfrage im Zielrechner ein Serverprogramm gestartet,
das nun den Text der verlangten Seite an Netscape überträgt.
Gleichzeitig werden (in der Standardeinstellung bis zu 3) weitere Kopien des Serverprogramms
auf dem Yahoo!-Rechner gestartet, die die Bilder auf der Seite zu übertragen.
Auf diese Weise erscheinen Bilder und Text Zeitgleich auf dem Bildschirm.
Nach Beendigung der Übertragung werden die Serverprogramme beendet. Die Seite befindet
sich nun auf dem lokalen Rechner und es besteht kein weiterer Kontakt zu einem Server-programm,
bis die nächste Seite geladen wird.
(Die Entwicklung von FTP bis HTML)
Um Angehörigen anderer Universitäten und Institutionen oder einfach interessierten Personen den Zugang zu eigenen Daten und Programmen zu ermöglichen, wurde ein "genormter" Gast-Zugang auf einigen Universitätsrechnern eingerichtet. Per FTP konnte und kann man die bereitgestellten Daten einfach aus dem Hostrechner kopieren. Dazu loggt man sich als anonymous mit seiner e-mail Adresse als Passwort ein:
password: hanswurst@peter.bpc.uni-frankfurt.de,
login: anonymous
wobei allerdings auf einigen Rechnern auch andere "Gastzugänge" möglich sind (wie login: ftp mit e-mail Adresse als Passwort oder gast bzw. guest mit e-mail Adresse oder teilweise kein Passwort).
Bald wurden nicht nur wissenschaftliche Daten und Programme auf
diesem Wege zugänglich, sondern auch Utilities, Treiber und
andere Software. Der grobe Nachteil bestand aber darin, daß
vorher schon bekannt sein mußte, ob und wo die gesuchten Daten
etc. zu finden seien. Alle bekannten Server "per Hand" zu
durchsuchen ist zu umständlich (und meist erfolglos). Um diesem
Mibstand zu beheben wurde Archie programmiert.
Bsp. für Frankfurt:
ftp ftp.rz.uni-frankfurt.de <CR>
Die anschliebende Login-Prozedur entspicht der oben angegebenen.
telnet archie.th-darmstadt.de <CR>
login: archie <CR>
telnet gopher.rz.uni-frankfurt.de <CR>
login: gopher <CR>
Es werden Artikel, Informationen oder sogar ganze Bücher im HTML-Format "veröffentlicht" und sind online lesbar. Neuerdings werden sogar Datenbanksysteme über die HTML- Schnittstelle graphisch aufgewertet und bedienungsfreundlich(er) gemacht (z.B. EMBL, Enzklopaedia Britannica (leider nicht kostenlos) oder FIZ). Um nicht den Überblick zu verlieren können bei fast allen HTML-Clients Lesezeichen vergeben werden, d.h. es wird die Seite in eine Hotlist (bei Netscape Bookmarks) aufgenommen.
Einen Schritt weiter als WAIS ist der sog. WEB-CRAWLER. Diesem Server werden nur noch Themengebiete übermittelt, die auf einem bestimmten Server vorhanden sind. Auf diese Wiese ist es einfach bestimmte Server zu finden (IBM, Microsoft, EMBL, Vatican).
Da das HTML-Format sehr leistungsfähig ist gibt es mittlerweile im Internet auch ganz besondere Angebote, wie z.B. eine interaktive voll Multimediataugliche Stadtfühung durch Paris, Einführung über die Geschichte Roms, Museen, Galerien, ...
Auch einige Deutsche Städte stellen sich mittlerweile so im Internet vor (in einigen Fällen auch inkl. Werbung lokaler Geschäfte). Bei Universitäten stellen sich immer öfter die Univerwaltungen oder die einzelnen Fachbereiche multimedial vor (mit Bild und Ton), manchmal können sich sogar die Studenten daran beteiligen.
netscape <CR> oder
www <CR>
Wenn man bestimmte Server anwählen möchte, kann man dies auch direkt tun. Über das URL (Universal Resource Locator) Menü kann man ftp, gopher oder www-Server anwählen, z.B.: http://www.yahoo.com [grosser WWW Katalog in den USA]
http://www.uni-frankfurt.de [WWW-Server der Uni Frankfurt]
http://www.uni-frankfurt.de/~garrit/suche.html [Zielgerichtetes Suchen im Internet]
ftp://ftp.rz.uni-frankfurt.de [ftp Server der Uni Frankfurt]
Zum Anfang des Textes
Hier ein Beispiel zur Nutzung von IRC.
einige Deutsche IRC-Server:
sokrates.informatik.uni-kl.de, 131.246.19.1
irc.fu-berlin.de, 130.133.1.18
irc.leo.org
irc.rus.uni-stuttgart.de, 129.69.221.120
WWW Documente zu IRC
- Was ist IRC? (alles über IRC) http://irc.pages.de/ - IRC Handbuch http://ds.internic.net/rfc/rfc1459.txtZum Anfang des Textes
Um einen Überblick über die Newsgroups zu bekommen, lohnt es sich
einen Blick in die kommentierte Liste der Newsgoups zu werfen:
http://www.w3.org/hypertext/DataSources/News/Groups/Overview.html
- Webserver (http://cuiwww.unige.ch/meta-index.hmtl) - Archie - Veronica - Web-Crawler - und vieles andere - Lycos Server (http://www.lycos.com/) Suche nach Stichworten (aus allen Bereichen wie Hobby, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft,...). Die Suchergebnisse werden mit einer kleinen Zusammenfassung des Inhalts zurückgegeben. Die Weitervermittlung an einen interessanten Text bzw. Server geschieht wie von den HMTL-Seiten gewohnt.
http://www.uni-frankfurt.de/~garrit/suche.html
Zielgerichtetes Suchen im Internet
http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/index.html
Allg. info über Internet!!
Es wird empfolen diese Info zu lesen!!!
http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/internet-overview.html
Infoquellen zum Internet
http://www.public.iastate.edu/~pedro/dictionaries.html
Wörterbücher
ftp://ftp.isoc.org/isoc/charts/connectivity-table-v13.txt
Länder-Kürzel und deren Netzverbindungen