Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main


Institut für Phonetik






 Informationen
   

 
 



Fachbeschreibung:

Gegenstand der Phonetik ist die lautsprachliche Kommunikation in allen ihren Aspekten, d. h. die Produktion, die Übertragung und die Wahrnehmung von gesprochener Sprache einschließlich psychologischer und soziologischer Voraussetzungen innerhalb der Kommunikationssituation zwischen Sprecher und Hörer. Die daraus resultierenden interdisziplinären Konstellationen im geistes- und naturwissenschaftlichen Bereich wirken sich prägend auf Theorie und Methodik des Faches aus.

Zur Erfassung der lautlichen Phänomene sprachlicher Kommunikation verwendet die Phonetik nicht nur deskriptive Methoden sondern auch Registrierungs-, Meß- und Analysemethoden, die ebenso in naturwissenschaftlichen Disziplinen wie Physik und Nachrichtentechnik üblich sind. Dem Stand der Technik entsprechend basieren nahezu alle Registrierungs- und Analysemethoden auf Verfahren der digitalen Sprachsignalverarbeitung.

Die Ausbildung im Studiengang Phonetik soll den Studierenden zunächst Grundkenntnisse und -fertigkeiten vermitteln, um Prozesse der Sprachproduktion, -übertragung und -perzeption feststellen, analysieren und interpretieren zu können; auf dieser Grundlage soll dann die Fähigkeit zur selbstständigen Untersuchung lautsprachlicher Kommunikationsabläufe entwickelt werden.
 
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Tätigkeitsfeldorientierte Ziele:

Bei der Wahl des Studiengangs Phonetik als Hauptfach ist zu berücksichtigen, daß es außerhalb der öffentlichen Forschungseinrichtungen kein definiertes Berufsbild für den Absolventen des Faches gibt. Dennoch schafft ein Studium der Phonetik als Hauptfach günstige Voraussetzungen für eine praxisnahe berufliche Tätigkeit in allen Bereichen, bei denen die Beschäftigung mit der lautsprachlichen Kommunikation von zentralem Interesse ist. Neben therapeutischen und pädagogischen Anwendungsmöglichkeiten hat das Gebiet der Sprachtechnologien zunehmend an Gewicht gewonnen, so daß eine berufliche Tätigkeit im industriellen Forschungs- und Entwicklungsbereich der Spracherkennung und -synthese angestrebt werden kann. Als ein weiteres Tätigkeitsfeld ist der Bereich der forensischen Phonetik zur Hilfe bei der Täterermittlung zu nennen.

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Studienvoraussetzungen:

Bei der Immatrikulation ist die Hochschulzugangsberechtigung, in der Regel das Abitur oder eine vom HMWK als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachzuweisen.

Für das Studium der Phonetik werden Kenntnisse des Englischen und des Lateinischen oder Französischen vorausgesetzt. Zu Beginn des Studiums sollten bereits gute Kenntnisse des Englischen vorhanden sein, da ohne intensive Nutzung der überwiegend in englischer Sprache veröffentlichten internationalen Fachliteratur eine ordnungsgemäße Durchführung des Studiums nicht möglich wäre. Empfohlen wird die Beschäftigung mit den lautlichen Begebenheiten einer nicht-indogermanischen Sprache während des Studiums.

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Studienorganisation und -gliederung:

Als Studiendauer im Hauptfach Phonetik sind acht Semester vorgesehen. Für den Abschluß der Magisterprüfung sind weitere neun Monate zu veranschlagen.
Das Studium im Hauptfach mit dem Abschluß Magister/Magistra Artium gliedert sich in :
- Grundstudium mit einer Dauer von 4 Semestern
- Hauptstudium mit einer Dauer von 4 Semestern
Die Anmeldung zur Zwischenprüfung sollte im vierten und die zur Magisterprüfung im achten Semester erfolgen.
Das Nebenfach entspricht in etwa dem Grundstudium des Hauptfaches.

Wegen des zyklischen Ablaufs der grundlegenden Lehrveranstaltungen im ersten und zweiten Semester wird dringend empfohlen, das Studium zum Wintersemester aufzunehmen. In dieser Phase sollte die fachorientierte Studienberatung besucht werden.

Grundstudium:
Ziel des Grundstudiums ist es, die theoretischen, methodischen und praktischen Grundlagen für das gesamte Gebiet der Phonetik zu vermitteln, dabei die Veranstaltungen eines Semesters thematisch aufeinander abzustimmen und eine systematische inhaltliche Progression von Semester zu Semester zu erreichen.
In Übungen und Proseminaren werden neben den Grundlagen der Phonetik und Phonologie auch experimentalphonetische Methoden gelehrt.
In Transkriptions- und Artrikulationsübungen wird die Produktion sowie das Erkennen und Erfassen lautsprachlicher Strukturen trainiert. Weitere Übungen dienen der Vermittlung von Kenntnissen zur Verarbeitung von symbol- und signalphonetischem Material.
 
 

Lehrveranstaltung
Art
SWS
Grundlagen der Phonetik (zweisemestrig)
P
4
Einführung in die Experimentalphonetik (zweisemestrig)
P mit Ü
4
Allgemeine deskriptive und praktische Phonetik (2 Veranstaltungen)
P mit Ü
4
Grundlagen der phonetischen Statistik
Ü
2
Symbol- und signalphonetische Datenverarbeitung
P mit Ü
2
Kontrastive Phonetik
P
2
Phonologie
P
2
Weitere Veranstaltungen zu phonetischen Themen
V, P, Ü
12
Freies Studium
 
4
 
 Hauptstudium:
 Der Übergang zum Hauptstudium setzt das Bestehen der Zwischenprüfung voraus.Im Hauptstudium sollen die Studierenden neben Ausbau und Vertiefung der im Grundstudium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten an selbstständige Arbeiten herangeführt werden. Hierzu gehören neben den Experimenten zur Analyse und Synthese von Lautsprache auch weiterführende Arbeiten im Bereich der Sprachsignalverarbeitung. Durch aktive Beteiligung an Forschungsaufgaben soll die Fähigkeit entwickelt werden, umfangreichere Experimente zu phonetischen Themen zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
 
 
Lehrveranstaltung
Art
SWS
Analyse und Synthese 
S mit Ü
4
Experimentalphonetik
S mit Ü
4
Phonetik und Sprachsignalverarbeitung mit jeweils 2stündigen Praktika
S
8
Angewandte Phonetik
S mit Ü
2
Ausgewählte phonetische Themen
 
2
Weitere Lehrveranstaltungen zu phonetischen Themen 
S und Ü
12
Freies Studium
 
4
 
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9-APR-98

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