Johann Wolfgang Goethe-Universität
                                                               Frankfurt am Main


                                                            Institut für Phonetik

 

 

 

 

 

 

 KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS

FÜR DAS WINTERSEMESTER 2001/2002

 

 

Verbindliche Vorbesprechung (Semestereinführung)
Mi, 17.10., 14 Uhr c.t., Georg-Voigt-Strasse 6, 2. Eingang, 2. OG

 



P   GRUNDLAGEN DER PHONETIK I

    Hans Christian Luschützky
    Di  14-16 (Vb. 06.11.)

Als Wissenschaft von den Eigenschaften des Sprachschalls und den Mechanismen seiner Erzeugung und Verarbeitung durch kommunizierende Menschen ist die Phonetik sowohl in den Natur- als auch in den Humanwissenschaften verankert.  Aus der Vielfalt physikalischer, physiologischer und psychologischer Prinzipien und Parameter, die der lautsprachlichen Kommunikation zugrunde liegen, ergibt sich eine dementsprechende Vielfalt phonetischer Erscheinungen in den Sprachen der Welt.

In dieser Lehrveranstaltung sollen die wichtigsten Tatsachen aus den erwähnten Bereichen systematisch abgehandelt werden, unter Hervorhebung der Besonderheiten der Lautsprache im Vergleich mit anderen Kommunikationssystemen und mit dem Ziel, hieraus die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten phonetischer Forschung verständlich zu machen.

 
 
 

 

P    EXPERIMENTALPHONETIK I

     Fred Englert
     Mi 14-16 (Vb. 24.10.)

In dieser Einführung in den Bereich der Experimentalphonetik werden physikalische Grundlagen der Erzeugung, Übertragung und Wahrnehmung von Sprachsignalen vorgestellt. Die Teilnehmer der Veranstaltung führen eine Reihe von Experimenten aus. Im Verlauf dieser Versuche, deren Aufbau und Ergebnis jeweils protokolliert werden, soll der Umgang mit digitalen Systemen zur Sprachsignalanalyse sowie die Behandlung einiger ausgewählter Aspekte der Sprachproduktion und -perzeption aus der Sicht der Experimentalphonetik vermittelt werden.

Lit.: Borden, G.J. et al.  Speech Science Primer, 3rd ed. 1994, Kapitel 3-7.

Neppert, J. & Pétursson, M.  Elemente einer akustischen Phonetik. Hamburg:  Buske, 1986. 

Eppinger, B. & Herter, E.  Sprachverarbeitung. München: Hanser, 1993.

 



Ü    PRAKTISCHE PHONETIK I

    
    Hans Christian Luschützky
     Mi 10-12 (Vb. 07.11.)

In dieser Lehrveranstaltung soll die aktive und passive Beherrschung der phonetischen Darstellungs- und Beschreibungsmittel (hauptsächlich Terminologie und Transkription) eingeübt werden anhand von Beispielen aus verschiedenen Sprachen, aus Varietäten des Deutschen sowie aus normaler und pathologischer Sprache.  Nach Maßgabe der Möglichkeiten wird auch der Umgang mit den Ergebnissen bildgebender Verfahren geübt.  Damit einhergehend und darüber hinaus wird die Produktions- und Perzeptionsfertigkeit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen trainiert, was nicht nur zum Ziel hat, die theoretischen Erkenntnisse mit einer persönlichen Erfahrungskomponente zu beleben, sondern vor allem den Zweck verfolgt, durch vertiefte Analyse der Muttersprache den Zugang zu fremden Sprachen zu erleichtern.

Zur Vorbereitung wird Einsichtnahme in das Handbook of the International Phonetic Association empfohlen (A Guide to the Use of the International Phonetic Alphabet, Cambridge University Press, 1999).

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PmÜ    SPRACHSIGNALVERARBEITUNG I

     Fred Englert
     Fr 14-16 (Vb. 26.10.)

Einführung in der Methodik der digitalen Sprachsignalverarbeitung. Behandelt werden grundlegende Verfahren der digitalen Analyse und Synthese von Sprachsignalen.

Lit.: Eppinger, B. & Herter, E.  Sprachverarbetiung, Wien: Hauser1993

Deller, J.R. & Proakis, J.G. & Hansen, I.H.L.  Discrete-Time Processing of Speech Signals,  New York: Macmillan 1993.

 

 


 

V    LAUTWANDEL

 

     Hans Christian Luschützky
     Do 10-12 (Vb. 08.11.)
 
Eine reflektierte Kenntnis der Formen und Typen des Lautwandels ist nicht nur für sprachhistorisch und -vergleichend arbeitende Linguisten unverzichtbar, sondern Bestandteil der phonetischen und sprachwissenschaftlichen Allgemeinbildung schlechthin.  Als primäres Beobachtungsobjekt und Erklärungsmittel von Etymologie, Dialektologie und Sprachgeschichtsschreibung ist der Lautwandel nicht nur ein Experimentierfeld für phonologische Theorien, sondern auch ein Forschungsgebiet, zu dem die Phonetik entscheidende Beiträge liefern kann und soll.

In dieser Vorlesung soll das Phänomen des Lautwandels in allen seinen Facetten beleuchtet werden, von den phonetischen Faktoren der Artikulation und Perzeption über die zum Teil sozial gesteuerte Selektion von Normvarianten bis zur Interaktion prosodischer und segmentaler Prozesse.  Die Einbettung der Lautwandelstheorie in allgemeine Erklärungsmuster der Sprachwandelsforschung wird in gebührendem Ausmaß berücksichtigt.  Besprochen werden auch gegenwärtige Tendenzen der Lautentwicklung europäischer Sprachen.  Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Studierenden zu einem an phonetischer Empirie und phonologischer Theorie orientierten Verständnis sprachgeschichtlicher Abläufe und Zusammenhänge zu verhelfen.

Zur vorbereitenden Lektüre werden folgende Artikel und Buchkapitel empfohlen:

·        Tore Janson, Sound Change in Perception and Production.  Language 59, 1983, 18-34.

·        Patricia Jane Donegan, On the Phonetic Basis of Phonological Change.  Historical Linguistics.  Problems and Perspectives, edited by Charles Jones, London, Longman, 1993, 98-130.

·        John J. Ohala, The Phonetics of Sound Change.  Historical Linguistics.  Problems and Perspectives, edited by Charles Jones, London, Longman, 1993, 237-278.

·        Leonard Bloomfield, Die Sprache.  Deutsche Erstausgabe, übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Peter Ernst und Hans Christian Luschützky.  Wien, Edition Praesens, 2001 (Kapitel 20: Lautwandel, Kapitel 21: Typen des Lautwandels).

 

 



S    PHONETISCHE VARIATION

 

     Hans Christian Luschützky
     Di 10-12 (Vb. 06.11.)
 
In diesem Seminar sollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zur selbständigen empirischen und theoretischen Beschäftigung mit der Problematik phonetischer Variation in der Spontansprache angeregt werden.  Der Themenkatalog reicht von vergleichender Betrachtung geschlechtsspezifischen und generationsspezifischen Sprechverhaltens (Männer- versus Frauensprache, Jugend- versus Alterssprache) über Registerwechsel (code-switching) bis zur Untersuchung von Phonostilistik und sprechtempoabhängigen Variablen, wobei sich die endgültige Schwerpunktsetzung im Rahmen des Möglichen an der Interessenslage der Teilnehmer und Teilnehmerinnen orientiert.

 

 



S    MAGISTRANDENSEMINAR

     Hans-Walter Wodarz
     Do 16-18 (Vb. 25.10.)

Planung, Durchführung und Diskussion selbstständiger Arbeiten zu ausgewählten Themen aus dem Bereich der Analyse und Beschreibung lautsprachlichen Materials.



 
 

 

 

02-OKT-01

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