KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS
FÜR DAS WINTERSEMESTER 2003/2004
Verbindliche Vorbesprechung (Semestereinführung)
Mi., 22.10.03, 14 Uhr c.t., Georg-Voigt-Strasse 6, 2. Eingang, 2. OG
P GRUNDLAGEN DER PHONETIK I
Reinhold Greisbach
Mi 14.45-15.30 + 1 Std. nach eigener Wahl (Vb. 29.10.)
Als Wissenschaft von den Eigenschaften des Sprachschalls und
den Mechanismen seiner Erzeugung und Verarbeitung durch kommunizierende
Menschen ist die Phonetik sowohl in den Natur- als auch in den
Humanwissenschaften verankert. Aus
der Vielfalt physikalischer, physiologischer und psychologischer Prinzipien und
Parameter, die der lautsprachlichen Kommunikation zugrunde liegen, ergibt sich
eine dementsprechende Vielfalt phonetischer Erscheinungen in den Sprachen der
Welt.In dieser Lehrveranstaltung sollen die wichtigsten Tatsachen
aus den erwähnten Bereichen systematisch abgehandelt werden, unter Hervorhebung
der Besonderheiten der Lautsprache im Vergleich mit anderen Kommunikationssystemen
und mit dem Ziel, hieraus die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten phonetischer
Forschung verständlich zu machen.
Die Teilnehmer erarbeiten den Stoff individuell (Zeitpunkt nach Wahl) anhand eines einführenden Skriptes
in die Phonetik sowie mit Hilfe verschiedener
multimedialer Recourcen und präsentieren und diskutieren
ihn während der gemeinsamen Sitzungsstude.
P EXPERIMENTALPHONETIK I
Reinhold Greisbach
Mi 15.30-17.00 (Vb. 29.10.)
In dieser Einführung in den
Bereich der Experimentalphonetik werden physikalische Grundlagen der Erzeugung,
Übertragung und Wahrnehmung von Sprachsignalen vorgestellt. Die Teilnehmer der
Veranstaltung führen eine Reihe von Experimenten aus. Im Verlauf dieser
Versuche, deren Aufbau und Ergebnis jeweils protokolliert werden, soll der
Umgang mit digitalen Systemen zur Sprachsignalanalyse sowie die Behandlung
einiger ausgewählter Aspekte der Sprachproduktion und -perzeption aus der Sicht
der Experimentalphonetik vermittelt werden.
Ü PRAKTISCHE PHONETIK I
Reinhold Greisbach
Mi 13.45-14.30 + 1 Std. nach eigener Wahl (Vb. 29.10.)
In dieser Lehrveranstaltung soll die aktive und passive
Beherrschung der phonetischen Darstellungs- und Beschreibungsmittel
(hauptsächlich Terminologie und Transkription) eingeübt werden anhand von
Beispielen aus verschiedenen Sprachen, aus Varietäten des Deutschen sowie aus
normaler und pathologischer Sprache. Nach Maßgabe der Möglichkeiten wird auch der Umgang mit den Ergebnissen
bildgebender Verfahren geübt. Damit einhergehend und darüber hinaus wird die Produktions- und Perzeptionsfertigkeit
der Teilnehmer und Teilnehmerinnen trainiert, was nicht nur zum Ziel hat, die
theoretischen Erkenntnisse mit einer persönlichen Erfahrungskomponente zu
beleben, sondern vor allem den Zweck verfolgt, durch vertiefte Analyse der
Muttersprache den Zugang zu fremden Sprachen zu erleichtern.
Nach einer Einführung in das IPA-Lautschriftalphabet üben die Teilnehmer ihre Transkriptionsfertigkeiten
individuell (Zeitpunkt nach Wahl). Mit dem IPA-Trainer hören sie Bandschleifen ab. Die individuellen Notationen
aller Teilnehmer vergleichen und diskutieren wir in der gemeinsamen Sitzungsstunde.
Ü PRAKTISCHE PHONETIK III
Brigitte Zipfel
Do 10-12 (Vb. 30.10.)
Transkription ist eine praktische Fähigkeit, die ständig geübt
werden muss. Studenten im Hauptstudium können in dieser Übung
ihre (vielleicht) eingerosteten Transkriptionskenntnisse reaktivieren.
Nach einer Auffrischungsphase mit deutschem Sprachmaterial steht die Transkription
von fremdsprachlichen Korpora und dabei insbesondere die "exotischer" Laute,
wie Schnalzlaute, Labiovelare, Ejektive, Implosive u.a. im Vordergrund.
S FORENSISCHE PHONETIK
Reinhold Greisbach
[GESTRICHEN!]
Diese (hier und im Univis angekündigte) Veranstaltung muss in diesem Semester leider entfallen.
V PHONOLOGIE
Reinhold Greisbach
Mi 12.15-13.45 (Vb. 29.10.)
Die Phonologie bietet der Phonetik einen Rahmen zur effektiven Beschreibung ihrer Daten.
Zudem gelingt nur in dieser Form der Informationsaustausch mit der
Sprachwissenschaft und ihren Teildisziplinen. Für einen Phonetiker ist deshalb die Kenntnis der unterschiedlichen
phonologischen Beschreibungsmodelle unabdingbar.
Wir wollen uns in dieser Vorlesung die wichtigsten phonologischen Beschreibungsmodelle in chronologischer
Reihenfolge ihrer Entstehung anschauen und ihre Bedeutung für die Phonetik diskutieren. Beginnend mit dem Strukturalismus der
Prager Schule und dem amerikanischen Distributionalismus wenden wir uns der Generativen Phonologie zu.
Anschließend folgen die verschiedenen nicht-linearen Phonologien und die heute bestimmende Optimalitätstheorie. Nicht vergessen
werden sollen aber auch die phonologischen Theorien und Modelle mit einem tieferen phonetischen Hintergrund, wie die
heute kaum mehr bekannte Phonometrie und die immer noch aktuelle Artikulatorische Phonologie.
Bücher zur Vorbereitung (in der Institutsbibliothek):
Eli Fischer-Joergensen: Trends in Phonological Theory. Copenhagen 1975 (Ph0892)
Roger Lass: Phonology. Cambridge 1984 (Ph1894)
Tracy A. Hall: Phonologie. Berlin 2000
Kongressbesuch zur Nachbereitung (25.-27.2.2004 in Mainz [15 € für Studenten]):
DGfS-Tagung 2004
AG 8: Die Phonetik-Phonologie Schnittstelle
ÜmP PROGRAMMIERUNG EINES PROGRAMMS ZUR SPRACHSIGNALANALYSE II
Reinhold Greisbach
Do. 16-18 (Vb. 30.10.)
Die Veranstaltung aus dem SS 03 wird für Interessenten als Arbeitsgruppe weitergeführt.
Wir wollen in dieser Veranstaltung die im SS entwickelten C++ - Module in ein Programm zur Visualisierung
von Oszillogramm und akustischen Analysedaten (Spektrogramm) unter Windows integrieren
und werden uns deshalb zunächst mit Visual C++ beschäftigen.
ÜmP LAUTE IN DEN SPRACHEN DER WELT
Reinhold Greisbach
Do. 14-16 (Vb. 30.10.)
In Form von Arbeitsgruppen sollen (einige) Laute der Sprachen der Welt genauer
akustisch-phonetisch analysiert und dokumentiert werden. Diese Veranstaltung bildet somit
die instrumentalphonetische Ergänzung der Veranstaltung Praktische Phonetik III.
Bücher zur Vorbereitung (in der Institutsbibliothek):
Peter Ladefoged / Ian Maddieson: The Sounds of the World's Languages. Oxford 1996 (Ph3417)
S MAGISTRANDENSEMINAR
Hans-Walter Wodarz
Do. 16-18 (Vb. 30.10.)
Durchführung und Diskussion selbstständiger Arbeiten zu ausgewählten Themen aus
dem Bereich der Analyse und Beschreibung lautsprachlichen Materials.