KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS
FÜR DAS WINTERSEMESTER 2004/2005
Verbindliche Vorbesprechung (Semestereinführung)
Fr., 22.10.04, 14 Uhr c.t., Georg-Voigt-Strasse 6, 2. Eingang, 2. OG
P GRUNDLAGEN DER PHONETIK I
Reinhold Greisbach
Do 16-18 (Vb. 28.10.)
Als Wissenschaft von den Eigenschaften des Sprachschalls und
den Mechanismen seiner Erzeugung und Verarbeitung durch kommunizierende
Menschen ist die Phonetik sowohl in den Natur- als auch in den
Humanwissenschaften verankert. Aus
der Vielfalt physikalischer, physiologischer und psychologischer Prinzipien und
Parameter, die der lautsprachlichen Kommunikation zugrunde liegen, ergibt sich
eine dementsprechende Vielfalt phonetischer Erscheinungen in den Sprachen der
Welt.In dieser Lehrveranstaltung sollen die wichtigsten Tatsachen
aus den erwähnten Bereichen systematisch abgehandelt werden, unter Hervorhebung
der Besonderheiten der Lautsprache im Vergleich mit anderen Kommunikationssystemen
und mit dem Ziel, hieraus die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten phonetischer
Forschung verständlich zu machen.
P KORPUSPHONETIK
Reinhold Greisbach
Di 12-14 (Vb. 26.10.)
Bedingt durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit elektronischer Speichermedien ist seit geraumer Zeit
ein stetiges Anwachsen sprachlicher Korpora zu beobachten. Wie man solche Korpora aufbaut und
wie man mit ihnen arbeitet, diese Frage hat im Rahmen der Sprachwissenschaft
bereits zu einer eigenen Teildisziplin geführt, der Korpuslinguistik.
Eine entsprechende Teildisziplin in der Phonetik könnte Korpusphonetik genannt werden.
Sie würde sich mit Sprachsignalkorpora beschäftigen. Wir wollen
uns in dieser Lehrveranstaltung zunächst mit den Grundideen der Korpuslingustik
vertraut machen und uns dann phonetischen Sprachsignalkorpora zuzuwenden. Im Anschluss daran beschäftigen wir
uns mit unseren eigenen Sprachsignalkorpora "Sprechkarte" und "Die Stimmen Frankfurts".
Hier sollen sich die Teilnehmer mit der Konstruktion und Verwaltung großer Sprachsignalkorpora
vertraut machen und praktisch lernen, wie man mit Hilfe solcher Korpora
Fragestellungen linguistisch-phonetischer Art untersucht.
Ü PHONETISCHE ANALYSEWERKZEUGE
Brigitte Zipfel
Do 10-12 (Vb. 28.10.)
In dieser Lehrveranstaltung soll die aktive
Beherrschung computerbasierter, phonetischer Analysewerkzeuge eingeübt werden. Dabei
wird die Arbeit mit dem Signalanalysepaket PRAAT im Vordergrund stehen. Die Teilnehmer
lernen insbesondere den Einsatz von Scripten. Gegen Ende der Veranstaltung werden
noch weitere, vergleichbare Signalanalysepakete, wie WAVESURFER oder EMU vorgestellt.
S PATHOPHONETIK
Reinhold Greisbach
Di 14-16 (Vb. 26.10.)
Diese Veranstaltung widmet sich den phonetischen Aspekten von Sprach- und Sprechstörungen.
Nach einer allgemeinen Einleitung werden die Teilnehmer dieses Seminars in Form von Referaten die verschiedenen
Formen der Sprach- und Sprechstörungen sowie ihrer Diagnose und Therapie vorgestellen. An einem der Veranstalungstermine
wird uns voraussichtlich eine Logopädin aus der Praxis berichten.
V STATISTIK
Reinhold Greisbach
Do 12-14 (Vb. 28.10.)
Wieviele Sprecher muss ich eigentlich aufnehmen? Wie oft soll der Sprecher die gleiche Äußerung
wiederholen? Wenn ein Student diese Fragen stellt, hat er die Arbeitsweise der modernen empirischen Phonetik
verstanden. In dieser Veranstaltung bekommt er eine Antwort auf seine Fragen. Und er bekommt Antworten darauf, wie er
seine gesammtelten Daten auswerten soll.
Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, den Studierenden in die Lage zu versetzen, eine phonologische
oder linguistisch-phonetische Fragestellung in eine statistische Hypothese zu übersetzen und diese
statistisch zu überprüfen. Wir werden uns deshalb nach einer kurzen Einführung in die
deskriptive Statistik der Teststatistik widmen. Mit Rücksicht auf den - subjektiv empfunden -
schon unendlich weit zurück liegenden bzw. gar nicht stattgefunden habenden Mathematikschulunterricht
der Teilnehmer, konzentrieren wir uns zunächst auf die nicht-parametrische Teststatistik, die in der Regel auch der
ambitionierte Hauptschüler problemlos versteht.
Damit sich die Teilnehmer für diese Veranstaltung keinen Taschenrechner kaufen müssen, lernen wir auch
das Arbeiten mit SPSS. Dieses Programm ist das Standardstatistikpaket für nahezu
alle Wissenschaften und wird bei größeren empirischen phonetischen Arbeiten unbedingt benötigt.